Überforderung erkennen
Ein sehr wichtiger Punkt, um unserem Hund fair zu begegnen und uns sein Vertrauen zu verdienen, ist das Erkennen und Respektieren seiner persönlichen Leistungsgrenzen. Hier ist noch einmal hervorzuheben, dass es nicht darum geht, die Grenze auszukundschaften, um immer wieder bis an diese vorzustoßen. „Aufhören, wenn es am schönsten ist“ passt hier sehr gut. Hunde sind Familienmitglieder, keine Trickmaschinen. Achte auf die Körpersignale Deines Hundes. Zeigt er beschwichtigendes Verhalten, Übersprungshandlungen und oder nimmt er deine Bestechung (Leckerli) nur noch Dir zu liebe an? Wenn man ohne Leckerli arbeitet, freut er sich - wie zu Beginn der Übung - über Zuwendung? Oder meidet er vielleicht sogar die Ausführung der Übung? Usw.
Stresssignale erkennen
Anhaltende Überforderung und die Ausweglosigkeit, wenn der Trainingspartner die eigene Grenze nicht erkennt, führt schnell zu Stress beim Hund. Es gibt positiven und negativen Stress. Hier sprechen wir von negativem Stress, ausgelöst durch Frustration und Leistungsdruck. Signale von Überforderung und Stress gehen ineinander über. Stresssignale sind zum Beispiel Unausgeglichenheit, die Verweigerung von Verstärkern wie Leckerli, Stresshecheln, häufiges Schütteln, Umherschauen mit dem ganzen Kopf oder auch nur mit den Pupillen, ohne, dass dabei etwas wirklich angesehen wird. Viele Hunde beginnen auch auf eine auffällige Weise am Boden zu schnüffeln, wobei es nicht so aussieht, als wäre dort wirklich eine Geruchsspur. Es gibt noch viele weitere Stresssignale, immer auch abhängig von Hund, Standort und Situation.