Die richtige Trainingsdauer 

 

Ein erfolgreiches Lernen besteht aus pauken, pauken und nochmals pauken. Oder? 

Woran viele Menschen schon vor Prüfungen verzweifeln, verzweifeln auch unsere Hunde. Deshalb achten wir zu allererst darauf, unseren Hund nicht zu überlasten. Hierzu ein paar einfache Tipps, um Euer Training nicht zur Tortur werden zu lassen.

1.        Das Training wird immer positiv beendet.
Heißt, wenn Ihr merkt, Euer Hund kann die Übung noch nicht – oder auch häufig einfach gerade, in diesem Moment nicht – erfüllen, gebt ein Signal, das der Hund kennt, welches er sehr sicher ausführen kann und beendet gut gelaunt die Trainingseinheit. Am besten wäre jedoch, es gar nicht soweit kommen zu lassen und bereits aufzuhören, wenn der Hund die Übung noch konzentriert meistern kann.
Motivation und Vertrauen in sich und den menschlichen Trainingspartner sind das A & O für unsere Hunde um erfolgreich zu lernen.
 

2.       Entwicklungsstand des Hundes ist immer die Grundlage des Trainingsplanes 

Häufig sind es gerade die Menschen, die es besonders gut mit Ihrem Vierbeiner meinen, die einem Welpen schnell viel zu viel abverlangen. Ein Welpe, der schon Sitz, Platz, Such und Männchen kann, und bestenfalls schon bei der Hausarbeit hilft, ist kein „Wunderpfötchen“, sondern verpasst womöglich wesentliche Prozesse in der Verhaltensentwicklung durch Erziehung.
Die Aufmerksamkeitsspanne eines Welpen beträgt nur wenige Minuten, bzw. 2-3 Wiederholungen. Die Gefahr der Frustration ist sehr hoch.  (Motivation und Vertrauen)
Neben dem Alter, ist auch der Trainingsstand des Hundes von Bedeutung. Man kann nicht pauschal sagen, dass Hunde mit 2 Jahren 15 min am Stück trainieren können oder mit 3 Jahren 20 min. Ist der Hund Training gewohnt? Wie ist die Stimmung beim Training? Ist es eher ein Abliefern, weil der Halter immer wieder fordert, oder brennt der Hund darauf, eine positiv belegte Übung zu zeigen und zu entwickeln? Entspricht die Übung dem Bedürfnis des Hundes?: Jagdmotivierte Hunde, Hütehunde, die ihrem Instinkt nachgehen dürfen, Rituale im Sozialgefüge Mensch-Hund, die sich an der Natur des Hundes und nicht am Trickbedürfnis des Menschen orientieren. Der Hund zeigt seinem Menschen genau, ob er aufnahmefähig ist und wann es genug ist. Oft übersehen Halter in Ihrem Eifer die Signale und gefährden damit oft nicht nur das Training, sondern büßen auch Vertrauen ein.
 
3.       Tagesform
Die Gründe für einen miesen Tag sind vielseitig, es kommt aber immer auf das gleiche heraus: heute wird’s nichts. Hunden geht es da so wie uns. Nur weil ein Signal gestern super geklappt hat und der Hund es heute nicht zeigt, heißt es nicht, dass der Hund nicht hören will. Nicht jeder Tag ist gleich und das ist in Ordnung. Das Verhalten, das er gestern gezeigt hat und heute nicht, zeigt er womöglich morgen oder übermorgen so schnell und gut wie noch nie. 
Auch unsere eigene Tagesform sollten wir berücksichtigen. Hunde sind sehr feinfühlig und achten auf die kleinsten Körpersignale und Stimm- und Stimmungsveränderungen. Wir können ihnen also nichts vormachen. Sind wir traurig oder wütend und versuchen unseren Hund mit unserer fröhlichen Lobstimme anzusprechen, kann es passieren, dass wir sensible Hunde damit verwirren. Wir sagen sozusagen links und zeigen nach rechts. Der Klicker ist eine gute Möglichkeit, die Konditionierung von unserer Stimme zu entkoppeln. Trotzdem sollten wir auch von uns selbst an diesen Tagen nicht zu viel erwarten. Lieber mal einen Trainingstag auslassen oder abkürzen, als das Training mit schlechter Stimmung verknüpfen.